Thomas Dürst Trio


NEU: CD "Other Songs"

Thomas Dürst Trio - Other Songs

THOMAS DÜRST TRIO - Other Songs

 

Sibyl Hofstetter - voc
Lea Gasser - acc
Thomas Dürst - b

Thomas Dürsts Wunsch nach einem eigenen, leichtfüssigen Trio geht mit den aussergewöhnlich packenden Musikerinnen Sibyl Hofstetter (Gesang) und Lea Gasser (Akkordeon) mehr als in Erfüllung. Die spannende Stimme, der frische Wind vom Akkordeon und der fliegende Kontrabassteppich bilden den idealen Spielplatz für die drei leidenschaftlich Musizierenden. Das "Thomas Dürst Trio" interpretiert mit eigenen Arrangements selten gespielte, stimmungsvolle Jazz-Songs und Chansons mit berührenden, oder auch aufmüpfigen Texten, sowie eigene Kompositionen: andere Geschichten, andere Lieder - Other Songs.

 

Sibyl Hofstetter - Gesang

2011-2014 Bachelor Studium, an der Hochschule der Künste Bern, Abteilung Jazz, bei Efrat Alony.

2014-2016 Masterstudium mit Diplom in Musik Performance bei Efrat Alony, Django Bates und Martin Streule in Vertiefung Komposition.

Bis anhin spielte Sibyl Hofstetter überwiegend mit ihren Bands «the sibyl‘s promise» (Auszeichnung: Best Bachelor-Projekt HKB 2014), und «of dwarfs and other creatures...», sowie mit Leoni Altherrs «Lolasister» und im Duo mit Kontrabassist Thomas Dürst. In Planung ist ihr eigenes Projekt mit ihren Kompositionen.

www.sibylhofstetter.com

 

Lea Gasser - Akkordeon

Ab 2011 studierte Lea Gasser mit Teodoro Anzellotti an der Hochschule der Künste Bern, wo sie 2014 ihr Bachelorstudium der klassischen Musik abschloss. Momentan absolviert sie ein Master-Studium in Jazz Performance bei Denis Croisonnier an der Musikhochschule in Lausanne.

Lea Gasser bewegt sich musikalisch in einem breiten Feld, spielt von Tango über Musette, Klezmer-Musik, Bossa Nova und Jazz, bis hin zu klassischer und zeitgenössischer Musik. Dabei tritt sie als Akkordeonistin in verschiedenen Formationen auf. So spielt sie bei «Olgas Bagasch», in der Band «Kolotoc», Solo, gibt klassische Konzerte oder setzt mit Schriftsteller*innen Texte musikalisch um.

www.leagasser.ch

 

Thomas Dürst - Kontrabass

Thomas Dürst studierte an der «Swiss Jazz School» in Bern bei Rolf Aberer und Eric Peter, wo er 1981 mit Diplom abschloss.

Seit 1983 ist er Dozent für Kontrabass und Ensemble an der «Swiss Jazz School» sowie an der «Hochschule der Künste Bern».

Seit 1976 hat Thomas Dürst unzählige professionelle Engagements für Konzerte, Festivals, Tourneen, Studio, Sinfonieorchester, Theater- und Filmmusik. Er ist seit Jahrzehnten einer der meistgefragten Jazz-Bassisten der Schweiz. 

www.thomasduerst.com

JAZZ'N'MORE 3/2021:

Thomas Dürst Trio

Spektakulär unspektakulär

Er gehört seit Jahrzehnten zu den vielbeschäftigtesten Sidemen der Schweizer Jazzszene. Doch erst jetzt, im Alter von 64, präsentiert sich der Bassist mit dem Thomas Dürst Trio zum ersten Mal als Bandleader. Von Rudolf Amstutz

Es ist keine falsche Bescheidenheit, wenn Thomas Dürst sagt: "Ich bin halt nicht der Typ, der sich gerne in den Vordergrund stellt." In den letzten Jahrzehnten hat er allerdings mit seinem Bassspiel im Hintergrund dafür gesorgt, dass zahlreiche Protagonisten von John Tchicai über Urs Blöchlinger bis zu Sandy Patton im Vordergrund "fliegen" konnten. Wenn das Schlagzeug das Herz einer Formation ist, so ist der Bass ihr Atem. Wer dies in Frage stellt, dem sei Dürsts erstes Album als Bandleader empfohlen. "Other Songs", eingespielt mit den beiden jungen Musikerinnen Sibyl Hofstetter (Gesang) und Lea Gasser (Akkordeon) ist ein Musterbeispiel dafür, wie man Songs aufs Wesentliche reduzieren kann, wenn einer wie Dürst mit seinem Instrument den Atem vorgibt.

Seine Lehrtätigkeit und sein immer noch stattliches Engagement in anderen Bands hielten ihn immer davon ab, ein individuelles Album aufzunehmen. "Aber nach so langer Zeit, dachte ich, wäre es schon mal schön, etwas Eigenes auf die Beine zu stellen", lächelt er fast entschuldigend. Die Songs auszuwählen, den Stil zu bestimmen, die perfekte Formation dafür zu gründen, und «auch mal meinen Namen auf dem Frontcover zu sehen», lacht er.

Beide Musikerinnen sind ihm in Ensembles an der HKB, respektive an der Swiss Jazz School, wo er lehrt, sofort aufgefallen. Beide hätten sie Persönlichkeit und Potenzial. "So etwas merkt man sofort", meint Dürst und verweist auf ein anderes Talent, das er einst in seiner Klasse hatte: Colin Vallon. Auch mit ihm hat Dürst in der Folge gespielt. "Als Lehrer ist man halt privilegiert", schmunzelt er.

Mit Hofstetter hat Dürst mit "Another Song" zuvor bereits ein Duo-Album mit Songs von Abbey Lincoln eingespielt. "Ich liebe nicht nur den Gesang, sondern auch die Geschichten, die ein Lied mit seinen Texten erzählt. Und wie Lincoln tiefgründige Poesie mit Melodie und Harmonie zu verbinden wusste, das ist schlicht grossartig." Für Dürst spielen Text und Musik die Hauptrollen. Die Interpreten ordnen sich dem unter. Es erstaunt denn auch nicht, dass sich Sibyl Hofstetter als kongeniale Partnerin entpuppt. Ihre natürliche, glasklare Art der Interpretation, als wäre der Song ein zerbrechliches Kleinod, das man sanft auf Händen führt, entspricht der Philosophie Dürsts. Und Lea Gasser fügt sich nahtlos in dieses Kollektiv ein, das sich zur Aufgabe gemacht hat, der heutigen Reizüberflutung bedächtige, aus feinster Ornamentik bestehende Klangwelten entgegenzustellen.

Das spektakuläre an "Other Songs" ist das Unspektakuläre. Songs wie Roland Kirks "Theme For The Eulipions", Michel Legrands "The Windmills Of Your Mind" oder Hildegard Knefs "Ich bin zu müde, um schlafen zu geh’n" werden reduziert auf ihre Grund-DNA. Die zarten Atemübungen des Basses, die von den allerfeinst texturierten Klängen des Akkordeons umgarnt werden und die unprätentiöse und dennoch scharfe Phrasierung der Sängerin resultieren in einem – wie Dürst ihn nennt – "bunten Blumenstrauss", bei dem die Texte und ihre poetische Kraft und Tiefe die Rolle des Lotsen innehaben.

Dass hier zwei Generationen musizieren und der Bandleader ausserdem einst als Dozent der beiden Mitstreiterinnen fungierte, hört man nicht. "Wir sind ein Kollektiv", sagt Dürst. Auch wenn er für das erste gemeinsame Album die Songs auswählte und die Arrangements skizzierte, gibt es für ihn keine Hierarchie. Hofstetter und Gasser profitieren von Dürsts Erfahrung, er wiederum von ihrem immensen künstlerischen Potenzial. "Beide", sagt er entschlossen, "sind mir musikalisch weit überlegen."

Zwei der zehn Stücke auf "Other Songs" stammen aus der Feder Dürsts, ein kurzes "Intermezzo" hat Gasser beigetragen. "Ich ermutige die beiden, in Zukunft auch eigenes Material einzubringen." Die Existenz als Bandleader hat eben erst begonnen und das Thomas Dürst Trio soll für längere Zeit Bestand haben. Als Erstes warten nun nach der langen Zwangspause die Bühnen des Landes. Dann darf man dann auch live diesem "bunten Blumenstrauss" beim Blühen zuhören.


Thomas Dürst Trio - Other Songs: Sibyl Hofstetter voc, Lea Gasser acc, Thomas Dürst b
Foto: Athina Dill
Thomas Dürst Trio, Sibyl Hofstetter, Lea Gasser, Thomas Dürst
Foto: Athina Dill
Thomas Dürst Trio
Illustration: Alice Schmidt
Thomas Dürst Trio (Sibyl Hofstetter voc, Lea Gasser acc, Thomas Dürst b)
Foto: Christoph Graf
Thomas Dürst Trio: Sibyl Hofstetter voc, Lea Gasser acc, Thomas Dürst b
Thomas Dürst Trio at Herzbaracke: Sibyl Hofstetter voc, Lea Gasser acc, Thomas Dürst b